Bildungsanleihe – Bildung geht an die Börse

„Mit gemeinsamen Interessen und gemeinsamen Werten kann man nicht nur sein eigenes Leben entscheidend verbessern, sondern auch das Leben der Menschen in seinem Umfeld.“
Kofi Annan

Mit der Bildungsanleihe entwickelte die Volksbank Bochum Witten im Jahr 2006 ein bundesweit innovatives Finanzprodukt, das den genossenschaftlichen Förderauftrag mit nachhaltiger Bildungsförderung verband. Gemeinsam mit dem von Prof. Dr. Detlef H. Mache initiierten Bildungsprojekt entstand die Idee, Kapital nicht nur wirtschaftlich anzulegen, sondern zugleich gezielt in die Zukunft der Region - insbesondere in die jungen Generationen - zu investieren.

Die Bildungsanleihe wurde am 16. Februar 2006 an der Börse Düsseldorf vorgestellt. Der Börsengang war bewusst als Symbol gewählt: Bildung sollte als Zukunftskapital verstanden werden – als Investition in junge Menschen, Innovation und gesellschaftliche Entwicklung.

Prof. Dr. Detlef H. Mache formulierte den Leitgedanken der Initiative:

„Bildung ist ein Schlüssel für individuelle Lebenschancen. Wir befinden uns mitten in einem gesellschaftlichen Netzwerk, in dem Bildung der entscheidende Parameter ist, um neue Prozesse aktiv mitgestalten zu können. Mathematik mit ihren Anwendungen in den Ingenieur-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften ist dabei eine wesentliche Schlüsseltechnologie der Zukunft.“

Das Besondere der Bildungsanleihe bestand in ihrem "Mehr-Gewinn-Modell". Anleger erhielten eine attraktive Verzinsung, während gleichzeitig ein Teil des Anlagevolumens unmittelbar Bildungsprojekten zugutekam. Unterstützt wurden unter anderem mathematische Workshops, M@th-Camps sowie Kooperationen zwischen Schulen, Hochschulen und Unternehmen.

Eine besondere kulturelle Dimension erhielt das Projekt durch den Künstler Otmar Alt, der die Bildungsanleihe gestalterisch begleitete. Er verlieh dem Finanzprodukt eine unverwechselbare künstlerische Identität und brachte seine Unterstützung mit den Worten zum Ausdruck:

„Ich fand die Idee einfach gut. Endlich wird mal nicht geredet, sondern wie bei diesem Projekt von Detlef Mache gehandelt. Wenn das viele täten, hätten wir in Deutschland wahrscheinlich weniger Probleme.“

Die Bildungsanleihe wurde damit zu einem beispielhaften Modell für die Verbindung von Bildung, Wirtschaft, Kunst und gesellschaftlicher Verantwortung. Lange bevor Begriffe wie Corporate Social Responsibility, Shared Value oder Social Impact Investing breite Verbreitung fanden, zeigte dieses Projekt, wie bestimmte Werte durch innovative Ideen konkret gelebt werden können.

Zeitgenössische Quellen und Presseveröffentlichungen zur Bildungsanleihe (2006)

- Bildungs- und Kulturinitiative in der Ruhrregion – Bildung geht an die Börse. Pressemitteilung, März 2006.
- Volksbank legt erstmals Bildungsanleihe auf. Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), 3. März 2006.
- Bildungsanleihe an der Börse. In: Wirtschaft im Revier – Magazin der Industrie- und Handelskammer (IHK), Rubrik „Unternehmen im Blick", Ausgabe 04/2006
- Mathematik gibt der Region Impulse – Magazin der RAG, Ausgabe 4/2006, S. 9.
- Den Förderauftrag gestalten – Bildung geht an die Börse. Im: Mitgliedermagazin der Volksbank Bochum Witten eG, 2006.
- Otmar Alt unterstützt Bildungs- und Kulturinitiative in der Ruhrregion. In: Anstifter – Magazin der Otmar Alt Stiftung, Ausgabe 40, Juni 2006, pp. 7–8.

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Informationen unter: Stiftung@Bildung-Kultur.org